Vernetzt


Bei unserem Jahresmotto ‚ÄěVernetzt‚Äú kommen den einen sofort Bilder von Spinnen und damit verbunden vielleicht √Ąngste oder wundersch√∂n gearbeitete Netze in den Sinn. Andere f√ľhlen sich eher in die digitale Welt versetzt, denken an die Steuerung der eigenen Heizung √ľber die APP auf dem Smartphone oder an die n√§chsten Online-Eink√§ufe. Doch was ist nun an der Schule Schachen konkret damit verbunden und was soll erreicht werden?

 

Im Duden stehen unter ‚Äěvernetzen‚Äú die Verben verbinden und verkn√ľpfen. Genau dies ist der Inhalt unseres Jahresmottos ‚Äěvernetzt‚Äú. Doch verbinden und verkn√ľpfen lassen sich die unterschiedlichsten Teile oder Teilgebiete.

Um einen Menschen zu bilden, ihn Schritt f√ľr Schritt in die eigene, selbst√§ndige Zukunft zu f√ľhren, braucht es mehr als die schulische Bildung. Es geht damit um eine Vernetzung verschiedener Akteure, die sich f√ľr die Bildung eines Kindes einsetzen. In erster Linie die Eltern und die Schule, dazu die verschiedenen schulischen Zusatzangebote, Therapeutinnen wo n√∂tig, Betreuer, Vereinsverantwortliche oder auch andere Kinder. Je mehr M√∂glichkeiten ein Kind erh√§lt, in unterschiedlichem Kontext seine jeweiligen St√§rken zu zeigen und Schwierigkeiten zu √ľberwinden, desto eher wird aus ihm ein eigenst√§ndiger Mensch, der sein Leben selbst√§ndig bestreiten kann.

 

Liest man die oberen Zeilen wird sofort klar, dass die unterschiedlichen Personen und Gruppen auch jeweils ein anderes Bild des Kindes haben. Wenn wir ‚Äěvernetzt‚Äú sagen, meinen wir damit auch zu akzeptieren, dass unterschiedliche Sichtweisen m√∂glich sind. Diese auszutauschen und gemeinsam den weiteren Weg zu bestimmen, ist eine Aufgabe, die innerhalb eines Netzes zu leisten ist.

Immer hat die persönliche Sichtweise auch etwas mit dem Beurteilen einer Situation zu tun. Wir sehen dabei, wie erfolgreich sich ein Kind in einer bestimmten Situation bewegt. Das Umfeld und die Art der Beurteilung spielen also eine weitere Rolle beim Vernetzen.

 

Nicht zuletzt wird Schule auch immer wieder als theoretischer Lernort gesehen und manchmal wird leichtfertig gesagt, dass sp√§ter wenig oder nichts dieser Inhalte mit der Wirklichkeit zu tun habe. Die schulischen Inhalte mit dem t√§glichen Leben zu vernetzen ist eine weitere grosse Aufgabe. Doch nicht nur dort. Auch zwischen einzelnen F√§chern oder Lerninhalten lassen sich Verbindungen und gar ganze Netze kn√ľpfen, welche helfen, etwas einzuordnen und erfolgreich damit umzugehen.

 

Unser n√§chstj√§hriges Motto zielt damit darauf ab, die Verbindung zwischen verschiedenen Menschen zu st√§rken, individuell Verantwortung zu √ľbernehmen, wo n√∂tig zusammen den Rahmen zu definieren und gemeinsam, mit unseren jeweiligen Aufgaben, die Kinder zu begleiten zu fordern und zu f√∂rdern.

Gelingt dies, sind wir unserem gemeinsamen Ziel einen grossen Schritt näher: selbstbewusste und verantwortungsvolle Kinder ihren Weg in die Selbständigkeit zu ermöglichen.

 

 

Partizipation


Bereits in den vergangenen Schuljahren haben wir uns mit der Sch√ľlerpartizipation befasst. In diesem Schuljahr wird der Klassenrat in allen Klassen etabliert und einzelne Projekttage in¬†Schulhausfamilien finden statt.


Was brauchen Kinder, damit sie sich als authentische Mitgestaltende, als Teilhabende der Schule, als Teilnehmende der Welt erleben?
Partizipation aller Beteiligten schafft Identifikation und Verantwortlichkeiten. Es ist Aufgabe der Erwachsenen, Kinder wohlwollend zu unterst√ľtzen, sich um ihre Bed√ľrfnisse,¬† √Ąngste und Freuden zu k√ľmmern und sie zutrauend auf dem Weg in die Gemeinschaft zu begleiten.¬†¬†

 

Schutzrechte
Kinder haben das Recht auf eine Familie, auf geistige und körperliche Unversehrtheit und auf ein Umfeld, welches kinderfreundlich gestaltet ist.
Sich bewusst mit den Gefahren des Alltags auseinandersetzen, den Umgang mit den Gegebenheiten √ľben und wo m√∂glich f√ľr mehr Sicherheit sorgen, sind Aspekte, denen wir in diesem Jahr Beachtung schenken.
Eine absolute Sicherheit gibt es nicht, die Balance zwischen Risiko und Sicherheit, Hilfestellung bieten und Gewähren lassen, zwischen Freiheit und Grenzen wird zu einem zentralen Diskussionspunkt.

 

Förderrechte
Kinder haben das Recht auf Bildung, das Recht darauf, eigene St√§rken zu entwickeln und zu pflegen. Gleichzeitig ist jedes Kind auch Teil einer Gemeinschaft und muss lernen, die eigenen W√ľnsche dort zu begrenzen, wo sie andere einengen oder anderen Schaden zuf√ľgen. Es ist uns wichtig, dass Kinder lernen eigene Bed√ľrfnisse wahrzunehmen, zu formulieren, die Bed√ľrfnisse des andern zu respektieren und Konflikte fair auszutragen.

 

Beteiligungsrechte
Kinder haben das Recht √ľber Entscheidungen, die sie selbst betreffen, informiert zu werden und ihre Meinung einzubringen. Gleichzeitig gibt es aber Entscheidungen, die ein Kind noch nicht f√§llen darf oder nicht f√§llen kann.¬† Erwachsene begleiten Kinder auf dem Weg in wertsch√§tzender, verantwortungsvoller und zutrauender Weise.

 

Partizipation und damit die M√∂glichkeit, eigene Ideen in einer Gemeinschaft zu verwirklichen, zu diskutieren, Kompromisse zu schliessen, nach Alternativen zu suchen und eigene Projekte erfolgreich abschliessen geh√∂ren zum Alltag in unserer Gesellschaft. Es braucht daf√ľr ein √úbungsfeld. Dieses er√∂ffnen wir den Sch√ľlern gerne im Unterricht. So spielen Elemente wie der Unterricht in Mischklassen mit einem Teil Planarbeit, die Freie Arbeit in der Begabungsf√∂rderung und eben die Sch√ľlerpartizipation zusammen, um die Sch√ľler zu bef√§higen, k√ľnftig den eigenen Lebensweg aktiv zu gestalten.
Die Partizipation ist dabei nicht nur eine Frage der Technik oder der Form. Sie formt sich aus einer Haltung, die den Kindern viel zutraut und sie gleichzeitig darin best√§rkt, ihre eigenen Gedanken zu formulieren, W√ľnsche und Anliegen zu √§ussern und wo m√∂glich einen Weg zu finden, diese zu verwirklichen.

 

Auch der Lehrplan 21 zielt dahin, dass Lerninhalte konkret in komplexen Situationen angewendet werden k√∂nnen. Dazu braucht es auch Wissen zur eigenen Person und √ľber die eigenen F√§higkeiten.
Unterricht fokussiert das K√∂nnen und die Fortschritte jedes einzelnen Kindes und bereitet die Kinder entsprechend auf die zuk√ľnftigen Herausforderungen vor.

 

In diesem Sinne wird Bildung auch umfassender. Alles, was die Pers√∂nlichkeit bildet ist ein Lernfeld, sei dies schulisch oder privat, sie dies in Vereinen oder unter Gleichaltrigen. Wir m√∂chten deshalb erste Schritte tun und das Umfeld f√ľr diese Tatsache sensibilisieren. Vielleicht ergeben sich so die einen oder anderen Aktionen gemeinsam mit Eltern und weiteren externen Partnern, die das Lernen der Kinder in seiner ganzen Vielfalt erm√∂glichen und sie zu starken und motivierten Pers√∂nlichkeiten werden l√§sst.